Es wurde viel Kapital gesammelt bei McMakler und Homeday. Veränderte Konzepte und inzwischen gleiche oder nur noch geringfügig niedrigere Maklerprovisionen als bei der lokalen Konkurrenz zeigen das Dilemma von beiden.
Der Vorteil eines deutlich größeren Werbebudgets für Onlinewerbung und lineare Fernsehwerbung um an neue Auftragnehmer zu kommen dürfte abnehmen. Da wo Geld knapp ist werden sicherlich auch hier die Budgets runtergefahren. Für die angebotenen Immobilien werden ohnehin soweit ersichtlich die herkömmlichen online Vertriebswege genutzt.
Das Immobiliengeschäft nur zu einem Teil automatisiert und digitalisiert werden kann. Im Vordergrund eines Verkaufs steht immer die verkaufende Person sowie die persönlichen Begleitumstände, die den Verkauf bedingen. Eine zentrale kann unabhängig ob von Berlin oder einer anderen Stadt aus die regionale Expertise, Erreichbarkeit und Marktkenntnis lokaler Makler vor Ort nicht ersetzen.
Dies gilt umso mehr, wenn man es mit einer substituierenden Softwarelösung übertreibt. Es gibt grenzen der Digitalisierung und zudem hat die Digitalisierung, da wo es nützlich ist, längst auch bei lokalen Maklern einzug erhalten. Hierfür sorgen schon die wichtigsten CRM Softwareanbieter in der Branche.
Wie profitabel Internetanbieter sind läßt sich auch an den verschiedenen Entlassungswellen ableiten. Bei McMakler waren es schon 2023 schon vier Entlassungswellen. Die verfehlten Umsatzziele sollen durch Personalabbau im Backoffice (z.b. für Exposéerstellung, Aufbereitung der immobilien) kompensiert werden. Statt dessen wird zunehmend auch in diesem Bereich automatisiert.
Wie es weiter geht: Darüber werden mögliche weitere Finanzspitzen und die Kunden entscheiden. Je schwieriger der Markt ist, desto eher hat sicherlich der Makler mit starkem lokalem Bezug den Vorteil. In die Bewertungen fliesen hier lokale Gegebenheiten stärker ein und das Digitale bestimmt nicht alleine über Erfolg und Mißerfolg.